Das dritte Schwert - das jüngste Gemeinschaftswerk von zwölf Quo Vadis-Mitgliedern ist erschienen!Friday, June 27. 2008 Nach frühem Mittelalter in Deutschland und spätem in England wählten die Autoren diesmal das Thema "Römer in Deutschland". Schauplatz ist der rätische Limes, wo sich bei dem heutigen Aalen ein großes Reiterkastell befand. Der sich so philosophisch gebende Kaiser Marcus Aurelius sah sich mit ständigen Kämpfen gegen die Germanen konfrontiert, eine eingeschleppte Seuche aus dem Osten, die die Bevölkerung deziminierte, war eine zusätzliche Bürde. Die römische Weltherrschaft hat ihren Zenith überschritten, die Macht Roms gerät ins Wanken. Zwischen die Fronten, zwischen Rom und Germanien, geraten die Brüder Decius und Manius. Mit "Das dritte Schwert" geben die Autoren schon jetzt einen Ausblick auf das bevorstehende Limes-Jahr 2009, im dem sich die Varus-Schlacht zum zweitausendsten Mal jährt. /Ilka Stitz Aufbau-Autoren vernetzten sichWednesday, June 18. 2008
Die Nachricht von der Insolvenz der Aufbau-Verlagsgruppe hat vielerorts hohe Wellen geschlagen. Auch in der QUO VADIS- Mailingliste war die Aufregung zunächst natürlich groß. Doch schon nach wenigen Stunden kamen die betroffenen Autorinnen und Autoren darin überein, dass es unmöglich sei, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, und gründeten spontan eine Mailingliste, in der sie sich über die aktuellen Entwicklungen austauschen wollten. Mittlerweile haben sich auf diesem Wege bereits eine stattliche Anzahl Autorinnen und Autoren zusammengeschlossen und beinahe täglich kommen weitere hinzu.
Nicht nur Mitglieder von QUO VADIS sind mittlerweile dabei, sondern auch aus anderen Vereinigungen wie SYNDIKAT, Montsegur Autorenforum u.a. Gerade ging ein offener Brief an die Geschäftsleitung sowie die Presseabteilung der Aufbau-Verlagsgruppe, in dem 15 Autorinnen und Autoren dem Verlagsteam ihre Solidarität und Unterstützung kundtun. Was erwarten Leser vom Historischen Roman? Eine UmfrageWednesday, February 27. 2008
Der Autorenkreis Historischer Roman Quo vadis hat auf der langen Lesenacht im vergangenene Jahr in Lauf auf Initiative von Frank S. Becker eine Umfrage unter den immerhin rund 200 Zuhörern gemacht, was sie am Historischen Roman besonders reizt: Ist es das Geschlecht der Hauptfigur? Ist es die Epoche der Handlung? Wie wichtig sind Titel und Titelbild?
Heraus kam ein recht interessantes Ergebnis: "So spielt bei der Kaufentscheidung das Geschlecht der Hauptperson des Romans praktisch keine Rolle, auch das Interesse für die Epochen ist breit gefächert, eine Vorliebe für das Mittelalter gibt es nicht." Die Umfrage ist als PDF auf unseren Seiten herunterladbar. Historische Kartenwerke onlineWednesday, January 30. 2008
Von sowohl ästhetischem als auch historischem Interesse mögen die alten Kartenwerke sein, die sich mittlerweile in großer Vielzahl im Internet wiederfinden. Eines davon ist das des Nicolaus Germanus, das auf dem ptolemäischen basiert.
Die Uni Bremen hat ihrerseits ebenfalls alte Karten online bereitgestellt, und der Fundus im Internet wächst. (u. a. via Schockwellenreiter) Die Närrin des Königs - Historischer Roman von Angeline BauerThursday, December 6. 2007
Angeline Bauer
Die Närrin des Königs Historischer Roman Ab 1. Januar 2008 im Handel. Aufbau Verlag ISBN Nummer: ISBN-10: 374662388X ISBN-13: 978-3746623887 Der Roman erscheint auch in Brailleschrift. Angeline Bauer lebt als freie Autorin am Chiemsee. Im Aufbau Verlag bisher von ihr erschienen „Hahnemanns Frau" und „Die Seifensiederin". Mehr zur Autorin unter www.angeline-bauer.de Das Buch: Vor ihrer spitzen Zunge und ihren derben Späßen bleibt keiner verschont, und so wundert es nicht, dass Mathurine, die Närrin des Königs, sich immer wieder Feinde macht. Als der junge Nicolas d'Amerval an den Hof kommt, verliebt sie sich in ihn - doch solche Gefühle sind das Letzte, was eine Närrin sich leisten darf! Zu allem bleibt eine Liebesnacht mit Nicolas nicht ohne Folgen. Heimlich bringt sie ein Mädchen zur Welt, wohlwissend, dass sie es nicht aufziehen kann. Mithilfe einer verschwiegenen Hebamme gelingt es ihr, das Kind bei einer adeligen Familie aufwachsen zu lassen. Doch die Heimlichkeit hat ihren Preis. Jahre später droht Mathurines Tochter mit ihrem eigenen Vater verheiratet zu werden. Die Hofnärrin Mathurine lebte im 16. Jahrhundert und diente drei französischen Königen - Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII. Mehr als 30 Jahre trieb sie als Fou en titre ihre Späße, sang, tanzte und spielte für den König und seine Gäste. Sie war nicht nur eine schillernde Persönlichkeit, sie kann auch als Erfinderin der Yellowpress bezeichnet werden. Auf dem Pont Neuf verkaufte sie eine 'Hofklatschzeitung' und brachte dadurch ein wenig vom Glanz des Adels zu den kleinen Leuten. Hofnarren waren keineswegs einfältige Spaßmacher, sondern Amtspersonen und Berater des Königs. Nur sie durften ihn duzen und ihm und seinem Gefolge unverblümt uns straflos die Wahrheit sagen. Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, mussten sie nicht nur musizieren, singen und tanzen können, sondern auch klug und gebildet sein. Die Narrenkappe, der Narrenorden, und manchmal auch ein Narrensiegel wiesen sie als Amtsperson aus. Die Karnevalsnarren sind ein Überbleibsel der Hofnarren, auch sie dürfen mit klugen Reden und deftigen Späßen jeden, sei er 'König' oder kleiner Mann, ungestraft aufs Korn nehmen, und auch sie tragen noch die Narrenkappe, das Narrenzepter und den Narrenorden. ________________ Bisher im Aufbau Verlag erschienen Die Seifensiederin - ein historischer Roman über die Welt der Düfte, die Liebe und die geheimen Spiele der Macht. Aufbau Verlag, ISBN 3-7466-2277-8 Hahnemanns Frau - eine spannende Romanbiographie über das abenteuerliche Leben des Begründers der Homöopathie und seiner zweiten Frau Mélanie. Diese Buch wurde zweimal für einen Literaturpreis nominiert. Aufbau-Verlag ISBN 3-7466-1778-2 Quo vadis in neuem Internet-GewandeTuesday, December 4. 2007 Maren Winter hat sich der Mammutaufgabe angenommen, unseren Internetauftritt komplett neu aufzubauen. Damit kann ich dankenswerterweise endlich nicht nur das Provisorium ad acta legen, sondern auch die Web-Administration in ihre kundigen Hände legen. Besonders praktisch sind auch die neuen online-Autorenprofile: Alle Autorinnen und Autoren des Kreises können nun eine eigene Profilseite mit einer Auswahl ihrer wichtigsten Veröffentlichungen, Vita, Foto und dergleichen haben. Außerdem ist es nun möglich, die Autoren nach Bundesländern zu finden, was für Regionaltreffen sehr praktisch sein kann. Hinweis an die Autorinnen und Autoren: Da die Aktualisierung dieser Daten ein hoher Arbeitsaufwand ist, bitten wir Euch, dies im Rahmen der Aktualisierung der Lese-Informationen zu machen. Außerdem haben wir mit der neuen Internet-Adresse http://www.historische-romane.org eine etwas leichter zu merkende Adresse gewählt. Natürlich bleibt http://www.akqv.org wie bisher (gleiches Linkziel) ebenfalls aktiv! In diesem Sinne: Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an die fleißige Maren! Zudem: Auch sie hat die gesamte Arbeit vollständig ehrenamtlich erledigt. Die Webseite in ihrer alten Gewandung ... ![]() ... und in der neuen. Alle Mammuts gewuppt. ![]() Viel Zuspruch für „Historica“ in LaufTuesday, November 20. 2007
„Es war toll hier, aber es gibt einen Nachteil: Das wird schwer zu übertreffen sein.“ So brachte Frank Stefan Becker zum Abschluss des Jahrestreffens von „Quo Vadis. Autorenkreis Historischer Roman“ in Lauf an der Pegnitz sein Dankeschön an die Gastgeber auf den Punkt. Nicht nur, dass Beate Hafer-Drescher und Renate Grabmeier von der Stadtbücherei Lauf mit viel Engagement dafür gesorgt hatten, dass organisatorisch alles bestens lief – die Laufer erwiesen sich als wahrhaft literaturbegeistert.
Bereits zum 17. Mal veranstaltete die Kleinstadt mit rund 27.000 Einwohnern Literaturtage, diesmal im Verbund mit dem Quo Vadis-Jahrestreffen „Historica“ vom 9. bis 11. November 2007. Das große Interesse der Laufer für Belletristik zeigte sich bereits am Eröffnungsabend, als Brigitte Riebe aus ihrem Roman „Die Sünderin von Siena“ las. Rund 400 Zuschauer kamen dazu in die Aula der Bertleinschule, und ähnlich großen Andrang gab es zur Langen Lesenacht am Samstag am gleichen Ort. Auf fünf Podien lasen Autoren in zwanzigminütigem Wechsel, den Abschluss bildete eine szenische Gemeinschaftslesung aus dem Roman „Der zwölfte Tag“. Das Improvisationsvermögen der Beteiligten sorgte dafür, dass dieser Ausklang locker und recht vergnüglich wurde. Der Autorenkreis nutzte den Abend zugleich für eine Umfrage unter dem Publikum, wonach jeder als Käufer entscheidet, welchen historischen Roman er im Buchhandel auswählt, z.B. welche Epochen besonderes Interesse finden und wie groß der Einfluss von Titel, Umschlaggestaltung und Preis sind. Als Anreiz zum Mitmachen diente eine Bücherverlosung, für die mehrere Autoren Exemplare bereitgestellt hatten. Fast 200 Fragebögen wurden ausgefüllt, die derzeit ausgewertet werden. Am Samstagvormittag wurden die Gewinner des Quo Vadis-Kurzgeschichtenwettbewerbs im Historischen Wappensaal des Schlosses ausgezeichnet. Thema war diesmal Kaiserin Kunigunde, die für Lauf eine besondere Bedeutung hat. Seit exakt 200 Jahren wird in der Kleinstadt an der Pegnitz ein „Kunigundenfest“ gefeiert. Die Teilnahme war enorm: 76 Kurzgeschichten wurden eingesandt, etliche davon auch aus weit entfernten Orten. Der mit 500 Euro dotierte erste Preis ging an Nessa Altura aus Böblingen für ihre vergnügliche und doppelbödige Geschichte „Kunigundens Versuchung“, den zweiten Preis und 300 Euro erhielt Rudolf Arnold aus Nürnberg, mit dem dritten Preis und 200 Euro wurde Inez Corbi aus Hofheim ausgezeichnet. Auch die Gewinner der Plätze vier bis zehn waren eingeladen und allesamt erschienen. Die drei besten Arbeiten werden in den Wochenendausgaben der „Pegnitzer Zeitung“ veröffentlicht und sollen demnächst auch auf der Internetpräsenz der Stadt Lauf nachzulesen sein. Bei der Vollversammlung am Sonntag waren Entscheidungen für die künftige Arbeit des Autorenkreise zu fällen, der mittlerweile beinahe einhundert Mitglieder zählt, und Funktionen zu bestätigen beziehungsweise neu zu besetzen. Nach fünf Jahren übergibt Ruben Wickenhäuser der gemeinsam mit Titus Müller im Frühjahr 2002 den Autorenkreis initiierte und seitdem einer der beiden Sprecher gewesen ist, Tessa Korber dieses Ehrenamt. Gegenwärtig administriert er noch das Weblog "Itinerarium" und arbeitet die Autoren-Interviews ein. Das Autorenverzeichnis wird von Mani Beckmann allein weitergeführt. Zur Siegelwahrerin wurde Regine Kress-Fricke gewählt. Die Mitgliederliste verwalten Tessa Korber und Frank Stefan Becker. Die Mailinglisten (mit Ausnahme der Gemeinschaftsroman- und Anthologielisten) werden bis auf weiteres von Frank Stefan Becker verwaltet. Webmistress ist fortan Maren Winter. Die Aufgabe der Pressesprecherin, zuvor von Heidi Rehn ausgeübt, wird nun gemeinsam von Ilka Stitz und Sabine Ebert übernommen. Der Autorenkreis nutzte den Abend zugleich für eine Umfrage unter dem Publikum, nach welchen Kriterien historische Romane gekauft werden, beispielsweise welche Epochen besonderes Interesse finden, und wie groß der Einfluss von Titel, Umschlaggestaltung und Preis sind. Die Besetzung des Fördervereins bleibt unverändert. Eine Auflistung mit Adressen findet sich unter http://www.akqv.org/ansprech.shtml. Die entgültige Entscheidung, das nächste Jahrestreffen in Speyer zu veranstalten, wurde vorübergehend zurückgestellt, da hier noch Gesprächsbedarf mit der Stadt besteht. Weitere Vorschläge für Gastgeberstädte, sind genannt, hier sollen nun Sondierungsgespräche mit den jeweiligen Stadtverwaltungen aufgenommen werden. Wer in Lauf dabei war, wird sich sicher nicht nur an die Kälte bei der Stadtführung in Schnee und Regen erinnern, sondern zuallererst an die warmherzige Aufnahme durch die Gastgeber und an viele gute Begegnungen innerhalb des Autorenkreises. Kurzgeschichten-Wettbewerb abgeschlossenThursday, November 1. 2007
Am 31.10.2007 endete die Juryarbeit zum Kurzgeschichtenwettbewerbs von Quo
Vadis in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Lauf. Wir danken allen 76 Autorinnen und Autoren herzlich für ihre Teilnahme und ihre Geduld. Die 10 Teilnehmer der Shortlist wurden inzwischen persönlich benachrichtigt und zur Preisverleihung am 10.11.2007 in Lauf an der Pegnitz eingeladen. Allen übrigen Teilnehmern, die leider nicht in die letzte Runde gekommen sind, wünschen wir für ihre weitere Arbeit viel Erfolg. Diskussionsforum durch Mailingliste und Weblog ersetztWednesday, September 19. 2007 Kurze Notiz: Das Diskussionsforum des Autorenkreises wurde durch die Mailingliste und dieses Weblog-System ersetzt. Über mittelalterliche Fälschungen als KuriosumTuesday, August 28. 2007
von Günter Ruch
Zu Recht gilt das Mittelalter als ein Zeitalter intensiver Urkundenfälschungen. Das weit verbreitete Bild des einsamen Mönchs, der bei schlechtem Licht an seinem Schreibpult hinter tristen Klostermauern zum Fälscher wird, stimmt. Hundertfach, ja tausendfach wurden Urkunden entweder komplett oder in Teilen verändert, verdreht, ins Gegenteil verkehrt. Heutige Urkundenforscher erschließen mit wissenschaftlichen Methoden die meisten Fälle von Fälschungen und Verfälschungen. Durch inhaltlichen Vergleich, die Analyse des Sprach- und Schreibstils, Schriftkunde und die Prüfung der Plausibilität werden Widersprüche und offensichtliche Fehler sichtbar; in Originalurkunden lassen sich unterschiedliche Tinten, Federtypen, Radierungen und Schabungen, gefälschte Siegel etc. physikalisch nachweisen. Das Faktum der Fälschungen ist also unbestritten. Eine der bedeutendsten, ältesten und berühmtesten Fälschungen des Mittelalters ist die „Konstantinische Schenkung“. Hier wird ein Sachverhalt – der angebliche Schenkungsakt aus dem 4. Jahrhundert – in der päpstlichen Kanzlei vielleicht erst im 9. Jahrhundert komplett erfunden, um damit die Vormachtstellung des Papsttums in Europa zu begründen. Darüber hinaus sollten Besitzansprüche der katholischen Kirche an ganz Mittelitalien als ein uraltes Besitzrecht dargestellt werden. Als weiteres, sehr bekanntes Beispiel mittelalterlicher Fälschungstätigkeit kann die so genannte „Goldene Handfeste“ herangezogen werden, in der angeblich Kaiser Friedrich II. (gest. 1250) der Stadt Bern in 54 Artikeln umfassende Stadtrechte und Privilegien gewährte. Die Urkunde ist von den unbekannten Fälschern auf das Jahr 1218 datiert, wurde aber in Wirklichkeit mehr als hundert Jahre später aufgesetzt und ganz einfach zurückdatiert. Ein weiteres berühmtes Beispiel: Eberhard von Fulda, der bekannteste Fälscher des deutschen hohen Mittelalters. Der Mönch oder Laienbruder Eberhard, über den wir sonst nur sehr wenig wissen, nahm vorhandene Urkunden des großen Fuldaer Klosterarchivs, fasste sie in einem „Codex“ von acht Bänden zusammen, von denen sich einer bis heute erhalten hat. Dabei veränderte, verfälschte und verdrehte Eberhard den Urkundeninhalt oft bis ins Gegenteil – „eine der größten Fälschungsaktionen, die im Mittelalter jemals in einer einzigen Werkstatt erfolgten“ (Thomas Vogtherr). Die Alturkunden wurden oftmals vernichtet. Mit dem „Codex Eberhardi“ sicherte der Fälscher seinem Abt den Besitz von Hunderten von Dörfern, Zölle, Wegerechte, Abgaben sowie den Fron- und Spanndienst von Tausenden Hörigen... Können aber die Fälscher des Mittelalters, so wie Eberhard von Fulda einer war, als Verbrecher gebranntmarkt werden? Um das zu entscheiden, müssen die subjektiven Beweggründe der Fälscher betrachtet werden. Und dabei ergibt sich ein Kuriosum. Der mittelalterliche Urkundenfälscher betrachtete sich selbst oftmals genau als das Gegenteil dessen, was er in Wirklichkeit war: Der Fälscher empfand sich als einen Wiederhersteller, als „Restitutor“. Das was er tat, fiel gar nicht unter den auch im Mittelalter strafbaren Tatbestand der Urkundenfälschung. Nehmen wir wieder das Beispiel des Eberhard von Fulda. Sein Abt Markward I. war in den 50er Jahren des 12. Jahrhunderts in einen existentiellen Kampf mit dem umliegenden, einheimischen Adel verwickelt. Die Adelsfamilien hatten sich im Laufe der Zeit und wegen der Schwäche der Klosterführung immer mehr Besitzrechte, Zölle, Dienste usw. aneignen können. Durch diese massiven Entfremdungen ging es dem ehrwürdigen Kloster sehr schlecht. Manchmal war fraglich, was am nächsten Tag auf den Tisch der Mönchsgemeinschaft kommen sollte. Hier kommt der Fälscher Eberhard ins Spiel. Ihn leitete folgende Überlegung: Konnten die Urkunden, aus denen der Adel seine Rechte ableitete, überhaupt Rechtens sein? Eberhards Antwort war Nein. Es musste ein älteres Recht gegeben haben, das für das Kloster günstiger war. Dieses alte, und damit nach mittelalterlicher Vorstellung bessere Recht war irgendwann durch Unachtsamkeit verloren gegangen und musste wiederhergestellt werden, damit alles wieder seine Ordnung hatte. Dass ein Recht, welches die Kirche auf Kosten des weltlichen Adels begünstigte, das bessere Recht sein musste, lag für Eberhard und seine unzähligen Fälscher-Kollegen auf der Hand – schließlich war ein Kloster in den Augen der meisten Zeitgenossen eine überaus gottgefällige Einrichtung, zu nichts anderem errichtet als zum ewigen Lobpreis des Allmächtigen. Eberhard fälschte also, um richtig zu stellen, um das gottgefällige, alte Recht zu restituieren. Insofern war er „Gottes Fälscher“. Der Roman „Gottes Fälscher“, der versucht, die wenigen Spuren von Eberhards Leben nachzuzeichnen und der viele Details zu seinen Fälschungen und den Hintergründen ihres Entstehens bringt, ist als Clubausgabe bei Bertelsmann seit März 2007 erhältlich und wird 2008 als Buchhandels-Ausgabe bei Droemer-Knaur erscheinen. Eine Bitte!Sunday, August 12. 2007
Verehrte Mitglieder des Autorenkreises,
eine Bitte. Wenn es möglich ist, dann gebt für die Kommunikation mit Quo Vadis Mailadressen an, die erhalten bleiben - also wenn es geht nicht gerade t-online-Adressen oder dergleichen, wenn diese beim Wechsel von der Telekom zu einem anderen Anbieter verfallen. Es gibt reichlich Möglichkeiten für kostenlose Mailadressen, sei es via GMX.de, web.de, yahoo.de oder andere Anbieter.Die Änderung Euerer Mailadresse ist zwar kein großer Aufwand, aber ein Aufwand ist sie (immerhin muß sie in mindestens drei internen Datenbanken separat geändert werden), und insbesondere dann problematisch, wenn irgendwo noch Euere alte Adresse gespeichert ist und Ihr daher wichtige Mails des Kreises nicht erhaltet. Daher auch dieser öffentliche Eintrag im Weblog. Da die gesamte Arbeit für Quo Vadis ehrenamtlich erfolgt, möchten wir unsere Ressourcen natürlich so gut wie möglich für den Autorenkreis nutzen. Je weniger wir da mit Adressen hin-und-her zu tun haben, desto besser! Vielen Dank! Plagiate oder Zitationen ausfindig machenThursday, August 9. 2007
Mönche, Meuchler, Minnesänger - Krimis aus dem MittelalterSunday, August 5. 2007
Früher war doch nicht alles besser: zwölf renommierte Autorinnen und Autoren entführen in die mörderisch gefährlichen Abgründe des tiefsten Mittelalters. Günter Krieger schaffte es neben Bestsellergarantin Tanja Kinkel weitere renommierte Autoren zu gewinnen: Dagmar Trodler, Titus Müller, Eric Walz, Kirsten Schützhofer, Belinda Rodik, Peter Erfurt, Petra Balzer de Garcia, Walter Laufenberg, Dieter Hermann Schmitz, Ruben Wickenhäuser und der Herausgeber selbst, Günter Krieger, haben Beiträge für diese Anthologie verfasst. So verschieden wie die Autoren sind natürlich auch ihre Beiträge, was "Mönche, Meuchler, Minnesänger" literarisch, thematisch und inhaltlich interessant macht.
Die schöne Wirtin, die ihr Salär durch heimtückische Giftmorde aufbessert, der ehrgeizige Seifensieder mit bestialischem Geheimnis, ein mordlustiger König und eine letal endende Buhlschaft: das Mittelalter war keine gemütliche Zeit. Obwohl Minnesänger auch zarte Liebesbande knüpften, bot auch jede grausame Hinrichtung eine willkommene Abwechslung von der täglichen Mühsal des Lebens. Gewalt, Mord und Totschlag waren allgegenwärtig. Ein Dutzend fesselnde Geschichten über Burgherren und Ritterfräulein, Wegelagerer und Leibeigene! Die Reisen entführen den Leser für ein paar kurzweilige Stunden in die mörderisch gefährlichen Abgründe des tiefsten Mittelalters, hinein ins pralle Leben – oder Sterben – in Palästen, schmutzigen Gassen und flohverseuchten Betten. ![]() Mönche, Meuchler, Minnesänger - Krimis aus dem Mittelalter Bookspot Verlag, München ISBN 978-3937357225, Gebunden, € 14,80 www.bookspot.de
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Eine Leutnantnonne zum Sich-Verlieben: Catalina von Markus OrthsMonday, July 30. 2007
Ein Autor, dessen Name man sich merken sollte. Denn wie er dieses Buch geschrieben hat, mit einer geradezu explodierenden Sprache, dabei phantasievoll und immer wieder wunderbar ironisch, das ersetzt einem die Lektüre von mindestens drei anderen zeitgenössischen Machwerken. Kein Wunder, daß dieser Autor, der noch kein halbes Dutzend Bücher auf den Markt gebracht hat, schon etliche Literaturpreise kassieren konnte. Zuletzt, im Oktober 2006, bekam er vom „Autorenkreis historischer Roman Quo Vadis“ den Sir-Walter-Scott-Preis zugesprochen, und zwar für das Buch „Catalina“. Mit recht, handelt es sich bei dem, was der Verlag schlicht als Roman bezeichnet, doch um ein Musterbeispiel des gelungenen historischen Romans. Daran ändert nichts, daß es sich um eine auf Tatsachen beruhende Darstellung handelt und eine historisch belegte Figur im Mittelpunkt steht. Im Gegenteil. Diese Machart hievt den Roman in die Oberklasse der Gattung historischer Roman, die ja darunter leidet – imagemäßig – und davon profitiert – pekuniär – , daß sie von vielen Zeitgenossen immer noch als bloßes Lesefutter aufgefaßt wird, nur dazu geeignet, einen auf leichte Weise zu unterhalten und den Alltag vergessen zu lassen. Eine Fehleinschätzung, die viele Leser, Autoren und Verleger zu einer mächtigen Ignorantenvereinigung zusammenschweißt.
Die Geschichte beginnt in San Sebastian im April 1585, als Catalina als sechstes und letztes Kind einer wohlhabenden baskischen Familie geboren wird, und endet mit dem nur noch vermuteten Datum August 1649, als Catalina an unbekanntem Ort starb. Dazwischen liegt ein Doppelleben, so abenteuerlich, wie es toller kaum sein konnte. Das Mädchen hatte den Verlust seines großen Bruders, der nach Amerika gezogen war, nicht verschmerzen können und war deshalb ins Kloster gegangen. Als Sechszehnjährige fühlte sie sich endlich stark genug, ihm zu folgen. Sie riß aus und zog Männerkleidung an und machte sich auf den Weg nach West-Indien, um ihren Bruder zu suchen. Als Francisco Loyola wurde sie Assistent eines Arztes und schließlich ein Leutnant, dessen schnelle Klinge so gefürchtet war wie sein gerissenes Kartenspiel. Um zu überleben, mußte sie manchen Mann töten, schließlich auch den Mann, den sie nicht töten wollte. Zuletzt rettete sie nur noch die Enthüllung ihrer stets gut verborgenen Weiblichkeit vor dem Strang, als sie bereits auf dem Schafott stand und erstmals nicht mehr weiterwußte. Die Leutnantnonne Catalina de Erauso, genannt Francisco Loyola, wurde auf diese Weise eine Berühmtheit, die die Zeiten überlebt und schon mehrfach Eingang in die Literatur gefunden hat. Eine Frau in Männerkleidung, die als große Kämpferin auftritt, ist ja immer eine Attraktion. Ob es sich um die berühmte Jeanne d’Arc handelt oder um die junge einheimische Rhodesierin Anastasia, die bei der Eroberung von Rhodos durch das riesige Heer des türkischen Sultans Suleyman der Prächtige im Jahre 1522 in voller Rüstung ihr Leben ließ. Doch muß man trotz der Parallelen sagen: Dieser Roman der Leutnantnonne wurde durch das Doppelleben einer unerschrockenen Frau und ie Sprachgewalt eines Autors zu einer erregenden Doppelpackung aus historischem Roman und Abenteuerroman. Er schildert die sonderbarsten Beziehungen zwischen Menschen in so vielen Facetten, zeigt derart unübliches Leben in ungewöhnlichen Situationen, daß sich vor den Augen der Leser in immer neuen Überraschungen immer neue Abgründe des Menschlichen auftun. Dabei schreckt der Autor nicht davor zurück, auch seitenlange Erklärungen zu historischen Konstellationen oder zum Ausbruch einer Krankheit zu bieten. Dies allerdings nicht als Unterbrechungen des Handlungsablaufs, sondern als ein kräftiges Schütteln des Kaleidoskops, womit ein neues buntes Bild aufgebaut wird. Am Ende schüttelt man das zugeschlagene Buch in der Hand und bedauert, daß es aus ist. Markus Orths hat für Catalina den Sir Walter Scott-Preis 2006 - Goldener Lorbeer erhalten. Markus Orths: Catalina, Roman, Goldmann-Taschenbuch, München 2006, 314 Seiten, € 7.95 -- Walter Laufenberg, netzine.de
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Walter Laufenberg: Die Frauen des MalersSaturday, July 28. 2007
Wer war Pieter Bruegel d.Ä.? Kaum jemand weiß über das Leben dieses geheimnisvollen und engagierten Malergenies Bescheid. Dabei sind seine Bilder jedermann bekannt. Das Schlaraffenland, der Turmbau zu Babel .... und viele andere haben sich als Sinnbilder für Epochen, Parabeln und Lebensweisheiten eingeprägt. Über ihn selbst aber sind kaum belegte Fakten bekannt. Nur in seinen Bildern legt er Zeugnis ab. Walter Laufenberg hat aus diesen und in jahrelanger Recherche über die Lebensumstände in der damaligen Zeit ein bewegendes Portrait geschaffen, das die Rätsel um dieses geheimnisvolle Malergenie begreifen lässt, und das die Hintergründe seines größten Geheimnisses aufzeigt: seine vor aller Welt sorgsam gehütete Liebe zu den drei Frauen, die sein Leben bestimmten.
Ein Historienbild voller Dramatik aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die römisch-katholische Kirche kämpft verzweifelt gegen den Protestantismus an. In den Niederlanden führen die spanischen Besatzer eine Schreckensherrschaft. Allerorts brennen die Scheiterhaufen. Der Geruch von verbranntem Menschenfleisch legt sich über das Land. Schon ein unbedachtes Wort kann den Tod bedeuten. In diese Situation fällt die übermütig verbrachte Jugendzeit eines Malers, der von seiner Grand tour nach Italien als jemand zurückkommt, um den sich alle reißen. So offensichtlich ist der Heimgekehrte eine Ausnahmeerscheinung, dass er es wagen kann, sich gegen den aufkommenden Körperkult der Renaissance zu stellen. Dabei fühlt er sich jedoch stets bedroht. Er lebt, als wäre er auf der Flucht, denn in seinen Bildern sagt er mehr, als man sagen darf. Dieser Mann, für uns immer noch der unbekannte Maler allseits bekannter Bilder, bekommt hier ein Gesicht. Durch die Frauen, die ihn geformt haben und denen er zum Schicksal wurde, und durch die Gemälde, denen der Autor, seit mehr als zwanzig Jahren diesem Maler auf der Spur, hinter die buntbemalte Stirn schaut. [Leseprobe] -- Verlagsinformation / Walter Laufenberg
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